Drei Fragen an Sybille Brandt

27.03.2015

Sybille Brandt ist die Landesvorsitzende der Selbst Aktiv – die Arbeitsgemeinschaft von Menschen mit Behinderungen in der BayernSPD. Worum es bei Selbst Aktiv genau geht, warum die CSU wenig für ein barrierefreies Bayern unternimmt und welche politischen Ziele zu wenig diskutiert werden, beantwortet sie in einem kleinen Interview.

Die „Arbeitsgemeinschaft SelbstAktiv – Menschen mit Behinderung in der SPD“, ist …

Foto von Sybille Brandt Durch die vielfältigen Behinderungsarten ihrer Mitglieder Experte, wenn es um die Rechte und Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung geht. Wir sehen uns als Ideengeber, Vorbereiter
und Vermittler für unsere Sozialpolitiker. Bei uns kann jeder mitmachen, der sich für Behindertenpolitik interessiert.

Sie haben harsche Kritik an Ministerpräsident Seehofer und seinem Versprechen geübt, Bayern barrierefrei machen zu wollen. Worum geht es Ihnen dabei?

Als 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert wurde, hofften wir auf deren zügige Umsetzung, damit wir endlich gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Getan hat sich bisher so gut wie nichts, es fehlt noch immer an Barrierefreiheit in allen gesellschaftlichen Bereichen. Und Behinderungen sind sehr teuer. Wir brauchen dringend einen gerechten Nachteilsausgleich für die rund 1,17 Millionen Schwerbehinderten alleine in Bayern. Und was bekommen wir von Seehofer? Versprechungen! Und geht es um die Umsetzung, hat seine Erinnerung plötzlich Lücken. Das ist übrigens auch eine Behinderung. Sie wird Demenz genannt.

Welches politische Ziel ist bislang noch viel zu wenig diskutiert worden?

Assistenzen in allen Arten und Formen. Wir fordern als AG den Ausbildungsberuf oder die Weiterqualifizierung zum/zur „AssistentIn für Menschen mit Behinderung“ – bislang kann das jeder machen, ohne genaues Wissen, was Menschen mit ihren Behinderungen konkret benötigen. Auch der/die SchulbegleiterIn muss zum Ausbildungsberuf werden. Und auch über den Ausbau tierischer Assistenz müssen wir sprechen, denn ein Assistenz-Hund ist auf Dauer
deutlich günstiger als die Betreuung durch AssistentInnen.

Mehr Informationen auf selbstaktiv.bayernspd.de