Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr vor Ort in Friedberg

11.06.2015

Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr besichtigt zusammen mit Dieter Neumann den Bahnhof in Friedberg

Der Bahnhof in Friedberg ist nicht barrierefrei. Für Menschen mit Behinderung ist das ein Problem. „Wir brauchen endlich eine vernünftige Lösung“, fordert Dr. Simone Strohmayr.

Wenn Dieter Neumann von Friedberg nach Augsburg mit dem Zug fahren möchte, muss er erst einmal ein großes Hindernis überwinden: Der 53-Jährige ist von Geburt an schwerst-behindert, der Friedberger Bahnhof nicht barrierefrei. Bevor er in den Zug einsteigen kann, muss eine Rampe angelegt werden. Doch die ist für einen Rollstuhlfahrer ziemlich steil.

„Das ist wie so oft bei Bahnhöfen ein Problem: Menschen mit Behinderung können in Friedberg nicht alleine einsteigen“, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr, die sich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht hat. „Das Einsteigen mit Rampe ist eine Hilfskonstruktion, eine gute Lösung ist es aber nicht“, ist sie überzeugt. Auch für Mütter mit Kinderwägen oder ältere Menschen ist das Einsteigen in den Zug eine Hürde, die erst einmal überwunden werden muss.
Friedberg ist dabei keine Ausnahme. Mehr als die Hälfte der Bahnhöfe in Bayern sind nicht barrierefrei. Zwar hat Ministerpräsident Horst Seehofer in seiner Regierungserklärung angekündigt, eine völlige Barrierefreiheit in Bayern bis 2023 erreichen zu wollen. Bereitgestellt werden bis 2018 60 Millionen Euro. Doch laut der staatlichen Bayerischen Eisenbahngesellschaft müsste mindestens eine Milliarde Euro investiert werden.
„Daran sieht man, dass Absicht und Realität weiter auseinander liegen. Wenn man etwas verändern möchte, muss man das Projekt barriererfreier Bahnhof auch ernsthaft anpacken“, fordert Simone Strohmayr. Denn nur so wird Menschen wie Dieter Neumann das Leben leichter gemacht. Im Augenblick bewältigt der Rollstuhlfahrer weiterhin die steile Rampe, denn die nächste Zugfahrt nach Augsburg kommt bestimmt. Nur gut, dass ab und an freundliche Zughelfer ihm zur Hand gehen.