Neufahrn ist jetzt „am Zug“

11.08.2015

Ruth Müller bei Ortsbesichtigung in Neufahrn

Barrierefreier Ausbau muss in Sonderprogramm aufgenommen werde

Die Bundesregierung hat ein Sonderprogramm für den barrierefreien Umbau von Bahnhöfen im ländlichen Raum in Höhe von 50 Millionen Euro aufgelegt. Davon soll auch der Bahnhof in Neufahrn profitieren, fordert die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller, die sich zum Ortstermin mit SPD-Bürgermeister Peter Forstner traf.

Die Ankündigung von Verkehrsminister Alexander Dobrindt nahmen die beiden Politiker am Freitag erfreut zur Kenntnis. „Endlich wird der barrierefreie Ausbau von Bahnhöfen im ländlichen Raum auf die Agenda gesetzt“, so Müller. Bedauerlich sei es aber, dass der Bahnhof Neufahrn, der ein Verkehrsknotenpunkt mit 1.900 Ein- und Umsteigern sei nun scheinbar für das neu aufgelegte Programm „zu groß“ sei. Denn der Haken an dem neuen Förderprogramm des Bundes ist, dass Bahnhöfe im ländlichen Raum mit bis zu 1.000 Ein- und Umsteigern barrierefrei umgebaut werden sollen.

„Das kann doch nicht wahr sein“, empört sich Neufahrns Bürgermeister Peter Forstner, der wie sein Vorgänger Bernd Zauner schon lange für einen barrierefreien Bahnhof in seiner Heimatgemeinde kämpft. Erst im vergangenen Jahr hatte die SPD-Abgeordnete Ruth Müller einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern der DB-Station arrangiert, um über die Situation am Neufahrner Bahnhof zu sprechen. „Mittlerweile hat die Gemeinde Neufahrn die Toilettenanlage in Eigenregie saniert und dafür rund 25.000 Euro in die Hand genommen“, so Peter Forstner. Damit habe man den Bahnhof wieder ein Stück sauberer und attraktiver für Pendlerinnen und Pendler gemacht.

Doch nun sei es – insbesondere mit dem Sonderprogramm – wirklich an der Zeit, den Bahnhof barrierefrei zu gestalten.

Auch die Leiterin des Neufahrner Seniorenzentrums Azurit, Astrid Hamperl, bekräftigte das Ansinnen der beiden Politiker. Rund 100 ältere Menschen leben im Neufahrner Seniorenheim und gerade für sie wäre es eine Bereicherung, könnten sie Ausflüge mit dem Zug künftig einfacher wahrnehmen. „Straubing und Landshut sollen barrierefrei werden“, so MdL Ruth Müller. Deshalb sei es umso wichtiger, dass der Bahnhof Neufahrn, der diese beiden Städte miteinander verbindet, schnellstmöglich barrierefrei sein wird. Die Abgeordnete wird sich deshalb direkt an den Verkehrsminister und an die Vertreter der Bahn wenden, um die Neufahrner Bürgerinnen und Bürger in ihrem Anliegen zu unterstützen. Auch Bürgermeister Peter Forstner wird eine Initiative starten, damit Neufahrn dabei ist, wenn im Herbst die Länder ihre Bahnhöfe dem Verkehrsministerium vorschlagen.