SPD Galbingen findet viele Barrieren für Ältere und Behinderte

10.08.2015

Seit einigen Wochen läuft die Kampagne „Bayern Barrierefrei“ der bayerischen SPD. Auch der Gablinger Ortsverein beteiligte sich an dieser Aktion, um auf bestehende Hindernisse für Ältere, Behinderte und Personen mit Kinderwagen hinzuweisen. In einer Ortsbegehung mit einigen Betroffenen waren SPD-Ortsvorsitzender Walter Trettwer und Gemeinderat Erwin Almer den Barrieren im Gablinger Gemeindegebiet auf der Spur.

So gibt es zum Beispiel beim Bürgerhaus in der Siedlung zwar eine Rampe für Rollstuhlfahrer, die jedoch viel zu steil ist. Ilse Reisch hat große Mühe, ihren auf den Rollstuhl angewiesenen Ehemann Norbert Reisch die Rampe hoch zu schieben. Das größte Problem in diesem Gebäude ist allerdings eine fehlende Behindertentoilette. Die vielen Treppen sind für Gehbehinderte eine kaum überwindbare Barriere. Nachdem die Fraktion SPD/Bürgerunion schon lange eine Behindertentoilette fordert, sucht der Gemeinderat momentan nach einer Lösung. „Mit dem Zug fahre ich schon lange nicht mehr“, sagt Norbert Reisch zu dem nicht barrierefreien Gablinger Bahnhof. Schon im letzten Jahr hat die Gablinger SPD in einer Aktion die Probleme beim Bahnhof aufgezeigt.

Auf den Rollator ist Maria Birzele angewiesen. Ihr machen die abgeschrägten Gehwege in der Siedlung und das Kopfsteinpflaster auf dem Gablinger Friedhof zu schaffen. Es sind auch noch nicht alle Gehwege in den Kreuzungsbereichen abgesenkt. Problematisch für Gehbehinderte sind die Treppen zur Arzt- und Zahnarztpraxis in Gablingen-Ort. In diesem Ortsteil sind die Bushaltestellen nicht behindertengerecht, bei den Grünholder-Stuben müssen Treppen überwunden werden und eine behindertengerechte Toilette fehlt dort ebenso. Sehr problematisch ist auch der Zugang zur Gablinger Grundschule. Aufgrund der Treppen und einer fehlenden Rampe haben Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe keine Chance.Auch im Ortsteil Lützelburg wurden bei der Begehung Barrieren entdeckt. So fehlt beim Treppeneingang zur Musikschule eine Rampe und die Bushaltestellen sind ebenfalls nicht behindertengerecht.

Nicht verschweigen möchte die Gablinger SPD aber die positiven Beispiele: Behindertengerechte Zugänge sind beispielsweise im Rathaus, bei den Kirchen, im Lützelburger Theaterheim, in der Gablinger Apotheke und der Lützelburger Arztpraxis vorhanden. Auch die Bushaltestellen in der Gablinger Siedlung entsprechen den Erfordernissen von Behinderten. Aber es gibt noch viel zu tun im Gemeindegebiet, um der Ankündigung des Ministerpräsidenten Horst Seehofer gerecht zu werden, dass Bayern bis 2023 im gesamten öffentlichen Raum und Personennahverkehr barrierefrei ist. Für die SPD ist die Barrierefreiheit eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Die gleichberechtigte Teilhabe an allen Angeboten der Gesellschaft muss für Menschen mit und ohne Handicap sichergestellt werden. „Die Fraktion SPD/BU wird im Gemeinderat weiterhin mit Nachdruck die Barrierefreiheit von öffentlichen Gebäuden in Gablingen fordern“, sagt dazu Erwin Almer.